Birkenteer / Birkenpech – Kleber der Steinzeit herstellen

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Birkenteer – Steinzeitkleber

“Ich habe Birkenpech…so ein Glück!” mag es in der Steinzeit wohl des öfteren durch die Wälder geklungen haben. Der Steinzeitkleber aus Birkenrinde kann es mit seiner starken Klebekraft mit dem modernen Kraftkleber aufnehmen.

Es nimmt einige Zeit in Anspruch Birkenpech und daraus den Steinzeitkleber her zu stellen, aber es ist ein spannender Prozess, zu verfolgen, wie aus gesammelter Rinde ein Kleber entsteht.

Die Birkenpechherstellung dauert bis zu 7 Stunden!

Material:

  • Birkenrinde
  • ein alter Topf mit Deckel und kleinem Loch drin
  • eine Blechdose ohne Deckel
  • ein kleines Stück Drahtgeflecht
  • eine kleine Schaufel
  • Lehm
  • Feuer

Es muss zunächst Birkenrinde von alten umgefallenen Bäumen gesammelt werden. Für einen alten Nudeltopf benötigt man so viel das der gesamte Topf vollgestopft ist. Das können gut und gerne 2 große Tragetaschen voll mit Rinde sein. Nur die äussere Rinde wird benötigt, also die weiße dünne leicht abschälbare Rinde.

Der Deckel des Topfes hat meist einen Knopf zum halten. Schraubt man diesen ab, hat man ein Loch darin. Hat der Deckel kein Loch, müsste mittig eins gebohrt werden. Ca. 6-8mm Durchmesser.

Mach deine (kalte) Feurstelle schön sauber und eben. Nun gräbst du ein Loch in der Mitte in das die alte Dose gestellt wird. Die Dose muss bündig mit der Erde abschließen und ringsum schön mit Erde befüllt sein. Die Dose dient zum Auffangen des Pechs.
Stopfe nun den Topf richtig voll und fest mit der Birkenrinde. Nun wird das Drahtgeflecht über die Birkenrinde gelegt, bevor der Deckel aufgesetzt wird. Es dient dazu, dass die Birkenrinde das Loch beim Brennvorgang nicht verstopft. Dann den Deckel mit dem kleinen Loch daraufsetzen und mit dem Deckel in Richtung Boden genau mittig über die Dose setzen. Nun steht der Topf verkehrt herum in der Mitte der Feuerstelle und unter dem Loch in dem Deckel sitzt die Blechdose als Birkenpechauffänger.

Der Deckel um den Topf muss Luftdicht verschlossen werden und auch der ganze Topf fixiert. Das erreicht man gut, in dem man feuchten Lehm komplett um den Deckel streicht und fest andrückt. Je mehr Lehm du drum herum streichst, desto besser hält es und umso luftdichter ist es – das ist sehr wichtig!

Nun wird viel Brennholz um den Topf aufgebaut, so das du ein großes Feuer erreichst. Du musst noch einige male nachlegen, das Feuer sollte ca. 1 Stunde brennen.
Ist das Feuer erloschen und der Topf erkaltet, kannst du den gebrannten harten Lehm abklopfen, den Topf entfernen und dein Ergebnis in der Metalldose begutachten.

Die Blechdose ist, wenn es gut geklappt hat, nun bis zu ⅓ mit schwarzem Birkenöl gefüllt.
Dieses Birkenöl wird auf kleiner Flamme, oder an der Seite eines Lagerfeuers mit etwas Glut erhitzt, aber nicht zum kochen gebracht!
Unter Beimischung von sauberer Asche, der verkohlten kleingeriebenen Rinde und ständigem rühren entsteht eine sämige Masse. Diese Masse ist nach einigen Stunden fertiger Birkenkleber. Das lange rühren unter Hitze ist wichtig, um restliche Feuchtigkeit aus der Masse zu ziehen. Je sorgfältiger man dies macht, desto besser wird der Kleber. Wenn du deine Hände richtig schön nass machst, kannst du dir mit den Händen einen kleinen länglichen Klos davon kneten. Ist dieser erkaltet, wird er steinhart. Wenn du nun Kleber brauchst, erhitzt du eine Stelle davon z.B. an einer Kerze und klebst damit.
Du kannst aber auch einfach kurze Holzstücke nehmen und dir auf der einen Seite den Kleber durch drehen und rühren auf das Holzstück geben.

Wichtig! Es entstehen giftige Dämpfe beim erhitzen. Diese nicht einatmen.

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