Natur-Schnur herstellen

Steinzeitkleber aus Birkenrinde kann es mit seiner starken Klebekraft mit dem modernen Kraftkleber aufnehmen. Wie du Birkenteer herstellst…

Birkenteer / Birkenpech – Kleber der Steinzeit herstellen

Steinzeitkleber aus Birkenrinde kann es mit seiner starken Klebekraft mit dem modernen Kraftkleber aufnehmen. Wie du Birkenteer herstellst…

Wurzelkraft-Flüssiges Hustengold

Letzte Woche habe ich das alte Hausmittel vom flüssigen Hustengold auf Instagram und Facebook geteilt, weil mein Sohn Halsschmerzen hatte und ich für ihn das flüssige Hustengold nach einem alten Rezept meiner Oma zubereitet habe. Dieses einfache und wirksame Mittel begegnet mir in den sozialen Medien wieder häufiger und das finde ich wirklich toll! Ich finde es ganz wichtig altes Wissen und Techniken weiter zu geben und es ist wunderbar, wenn diese Schätze wieder verbreitet werden!

Mich erinnert der schwarze Winterrettich an die Holzkiste im Felsenkeller meiner Oma. Dort hatte sie einige Kisten mit Sand-und Erdgemisch gefüllt und in jeder einzelne Kiste bewahrte sie ein andere Gemüsesorte gut vergraben für den Winter auf. Karotten, Sellerieknollen, Meerrettich und den schwarzen Winterrettich. Immer wenn jemand über Husten oder Heiserkeit klagte, ging sie in den dunklen Keller hinunter und grub einen Rettich aus. Aus diesem Rettich bereitete sie in kürzester Zeit einen heilkräftigen Hustensaft. Dieses flüssige Hustengold bekamen wir auch schon als Kleinkinder und diese wunderbare Tradition habe ich bei meinen Kindern natürlich auch fortgeführt. Mittlerweile sind diese erwachsen, Halsschmerzen und die Heilkraft des Hustensafts sind aber immer noch die selben!

Und weil ich viele Anfragen zum Rezept bekommen habe, schreibe ich es für euch hier noch einmal ausführlich mit dankbaren Gedanken an meine Oma, auf. Übrigens ist heute der 31. Oktober, für viele Halloween, für mich Samhain, das Gede(a)nkfest an die Ahnen.

Flüssiges Hustengold

Du brauchst:

Einen runden, schwarzen Winterrettich, Honig, Kandiszucker, 1 Glas, 1 Messer und eine dicke Stricknadel

Nehme einen schwarzen Rettich, schneide den Deckel ab und höhle ihn aus. Einige Schnipsel davon hacke ganz klein. Bohre ein Loch in die Unterseite der Rettichwurzel, am besten mit einer dicken Stricknadel oder einer Messerspitze.

Vermische nun 1 EL Honig, etwas Kandis oder Roh-Rohrzucker (ich nehme den Demerara von Naturata, der ist schön körnig) und die kleinen Rettichschnipsel, so viel, daß der Rettich damit gefüllt werden kann. Deckel drauf und auf ein Glas stellen. Innerhalb weniger Minuten beginnt bereits das bernsteinfarbene Hustengold in das Glas zu tropfen. Das Hustengold ist sofort verwendbar. Im Kühlschrank hält es sich 1-2 Wochen. Frisch ist es natürlich am wirksamsten.

Je nach Größe des Winterrrettich kannst du den Vorgang wiederholen. Die restlichen Rettichschnipsel werden natürlich gleich vernascht oder für die Brotzeit aufgehoben.

Die Hauptwirkstoffe des Rettichs sind die scharfen, antibiotisch wirkenden Senföle (Senfölglykoside) und er ist sehr mineralstoffreich (Kalium, Kalzium, Natrium, Eisen, Phosphor, B-Vitamine, Enzyme und Bitterstoffe) Die Senföle wirken schleimlösend und entkrampfend.

Probiert es aus und ich freue mich auch, wenn ihr eure Erfahrungen mit mir teilt!

Wildes Naturhandwerk: Kinderbogen bauen

Unser morgendlicher Waldspaziergang hat uns heute in einen wunderschönen wilden Mischwald mit Eichen, Buchen, Eschen, Linden, Fichten und Ulmen geführt. Zwischen dem Gehölz hat das Bogenbauerauge sofort eine kleine Ulme ausgemacht, die sich ideal für einen Kinderbogen zu eignen schien.

Wieder zurück im Camp ist aus dem Ulmenast ein toller Kinderbogen geworden. Wie Christian den Kinderbogen gebaut hat, siehst du in diesem “build along”.

Eine ausführliche Beschreibung findest du auch im Buch Wildes Naturhandwerk auf Seite 142 – 145. Und natürlich noch viele weitere tolle Ideen für das Wilde Naturhandwerk.


…und so schießt der Bogen:

Buch: Wildes Naturhandwerk

Martin von der Natur- und Wildnisschule Nawisho stellt mein gerade neu erschienenes Buch vor. Schaut und hört euch an, wie der Natur- und Wildnisexperte es findet!


ISBN: 978-3-03800-959-7
Einband: Gebunden
Umfang: 160 Seiten
Gewicht: 724 g
Format: 19.2 cm x 24.5 cm
26,00 EURBezugsquellen:1. Wahl: dein Buchhändler um die Ecke
ISBN: 978-3-03800-959-7oder direkt beim AT Verlag:
AT Verlag 

 

in Online Shops:
Buch7 | Amazon | buecher.de | Weltbild
oder bei vielen anderen über Google:
Buch Wildes Naturhandwerk

MEHR INFOS ZUM BUCH

Im Frühling aus den ersten blühenden Kräutern einen Sirup ansetzen und aus jungem Holz eine Pfeife schnitzen. Ein Feuer nach alter Art entzünden und gemeinsam eine Suppe kochen. Naturseife sieden und mit Schafwolle filzen. Primitive Werkzeuge wie ein Steinmesser oder einen Bogen anfertigen. Für den grünen Medizinschrank am offenen Feuer einen Waldbalsam kochen. Schokobananen aus der Glut und Geschichten am Lagerfeuer runden den Tag ab. Eine Fülle an praktischen Anleitungen zeigt, wie man mit Kindern im Kreislauf der Jahreszeiten die Natur hautnah und sinnreich erleben kann. Aus Naturmaterialien entstehen mit einfachen Mitteln schöne und nützliche Dinge. Naturerlebnis, Naturverbundenheit und die Erfahrung der natürlichen Lebensrhythmen stärkt, zentriert und trägt zur Entfaltung des kindlichen Potenzials bei. Ein idealer Weg, um die Sehnsucht nach Ursprünglichkeit auszuleben, aus elementaren Werten zu schöpfen und dem eigenen intuitiven Wesenskern Raum zu geben.

Lebendiges wildes Naturhandwerk

Als Kind mochte ich die Besuche bei Verwandten in der Nachbarortschaft besonders gerne. Vor allem in den noch kühleren Jahreszeiten. Sie lebten in einem schönen Bauernhaus und waren Korbmacher. In ihrer großen Wohnstube stapelten sich Körbe und überall im Raum lag ihr Arbeitsmaterial, verschieden farbige Weidenruten, Weidenschnipsel und der Geruch der frischen Weiden, vermischt mit Kaffeeduft und Holzofenqualm lag im Raum.

Während sich die Erwachsenen unterhielten, spielten wir Kinder mit den Weiden, flochten wilde Skulpturen, Kugeln und Körbchen, die eher Vogelnestern glichen. Wir wurden zu fleißigen Korbmachern und versunken in das Handwerk. Mir gefielen diese glatten biegsamen Weiden, mit denen sich so viele unterschiedliche Dinge formen ließen. Meistens durfte ich auch welche mit nach Hause nehmen. Die bearbeitete ich dann in unserem Gartenhaus, dass für einige Zeit zu meiner Korbmacherwerkstatt wurde.
Die Korbmacherei ist in unserer Gegend weit verbreitet und meine Heimatstadt ist eine traditionelle Korbmacherstadt mt einer Schule für Flechtwerkgestaltung und einem jährlichen Flechtkulturfestival. Die Tradition der heimischen Korbmacherei kämpft hart um ihre Handwerkstradition und die nötige Wertschätzung dafür, denn wie mittlerweile fast überall werden die handwerklich hergestellten Körbe von Billigprodukten aus Asien verdrängt.

In unserer Wildnisschule ist uns das traditionelles Ur-Handwerk unserer Vorfahren sehr wichtig und wir lieben es, altes Naturhandwerk mit einfachen Werkzeugen um zu setzen.
In den Naturmentoring-Gruppen flechten wir vom Frühjahr bis Sommer mit Weiden und anderem Naturmaterial, das wir in der nahen Umgebung ernten. So erfahren wir im Naturhandwerk einen ganzheitlichen Verarbeitungsprozess und einen tiefgehende Tätigkeit, die zur tiefen Naturverbindung führt.
Letztes Wochenende haben wir im “Mädchenkreis” auch mit Weiden wilde Geflechte hergestellt. Die Mädchen haben Rankhilfen geflochten und sich von dem natürlichen, flexiblen Material begeistern lassen. Das wilde Naturhandwerk hat sie einen Nachmittag völlig eingenommen. Die zarten und fleißigen Mädchenhände konnten spüren wie beschwerlich diese Arbeit werden kann und sie probierten sich aus und gaben sich absolut ihrer Kreativität hin. Als die Rankhilfen fertig waren, ließen sie die wilden Weidengeflechte im Topf stecken und säten noch Kapuzinerkressesamen in die Erde ein. Jetzt freuen wir uns schon sehr darauf zu beobachten, was aus den lebendigen Kunstwerken wird!

 

In meinem Buch „Wildes Naturhandwerk“ gibt es eine Anleitung für das wilde Geflecht mit Weiden und auch eine detaillierte Flechtanleitung für einen Korb aus Fichtenwurzeln, ein anderes wunderschönes Flechtmaterial aus der Natur.
Wer sich im Flechten ausprobieren möchte, sollte jetzt nach Weiden an Bachufern Ausschau halten, bevor sie vollständig austreiben. Unter den hoch gewachsenen Trieben findet man oft noch junge gerade Ruten, die sich leicht verflechten lassen. Oft entdeckt man jetzt im Frühjahr auf Spaziergängen in der Natur auch bereits geschnittene Weiden, die aufgehäuft in der Wiese liegen. Es werden nicht viele benötigt und ein kleiner Bündel reicht schon aus.

Probiere es aus und erzähle von deinen Flechtkunstwerken!