Natur & Handwerk
Leder gerben
Von der Rohhaut zum weichen Leder – für Jäger mit eigener Rehdecke und für alle, die draußen mit einfachen Mitteln arbeiten wollen.
Gerben ist ein fast vergessenes Handwerk – und eines, das man nur mit den Händen lernt. Während du die Haut bearbeitest, erzählt sie dir die Geschichte des Tieres: seine Stärke, seine Ausdauer, seine Zartheit. Genau das brauchst du dabei auch selbst.
Im Kurs entsteht Leder, kein Fell: Die Haare kommen runter, am Ende hast du ein weiches Leder ohne Haar auf beiden Seiten.
Für Jäger: mehr als das Gehörn
Ich bin selbst Jäger. Aus meinem ersten Rehbock habe ich das Leder selbst gegerbt und mir daraus eine Schildmütze genäht. Das Gehörn hängt an der Wand – die Mütze trage ich. Und jedes Mal, wenn ich sie aufsetze, bin ich wieder an diesem Abend.
Vom erlegten Rehbock bleibt meist nur das Gehörn. Die Decke landet im Müll. Dabei kann aus ihr ein Leder werden, das du selbst gemacht hast – aus deinem eigenen Stück Wild.
So geht's: Zieh die Decke ab und frier sie ein, so hält sie, bis ein Termin steht. Dann bearbeiten wir sie gemeinsam, und am Ende nimmst du dein Leder mit nach Hause. Was du daraus machst, entscheidest du.
Allein oder zu zweit? Trag dich unten auf die Interessentenliste ein. Oft kennt man ja noch zwei, drei andere im Revier oder in der Jägerschaft.
Survival und Bushcraft: ein Grundhandwerk
Wer draußen mit dem auskommen will, was die Natur hergibt, kommt am Gerben nicht vorbei. Leder war über Jahrtausende das Material für Kleidung, Schuhe, Beutel, Riemen und Sehnen – und die Haut gehört zum Tier wie das Fleisch. Im Kurs arbeitest du draußen im Camp, mit einfachen Werkzeugen und viel Handarbeit, so wie es Menschen lange vor uns getan haben.
Das passt zu allem anderen, was du dir draußen aneignest: Feuer, Schnitzen, Bogenbau. Und am Ende hältst du etwas in der Hand, das du von Anfang bis Ende selbst gemacht hast.
Der Ablauf: zwei Teile
Teil 1 – ein Tag.
Wir bereiten die Haut vor und spannen sie in einen Rahmen. Dort trocknet sie.
Dazwischen trocknet die Haut. Das dauert ein paar Tage – bei Sonne und Hitze reicht auch ein einziger Tag, dann geht es direkt weiter.
Teil 2 – zwei Tage.
Von der getrockneten Haut zum fertigen Leder. Wie genau, zeige ich dir im Kurs – ein bisschen Überraschung gehört dazu.
Im Sommer bei gutem Wetter geht das also auch an drei Tagen am Stück, sonst an zwei Terminen.
Auf einen Blick
- Gruppen ab 4 Personen – Einzelne und Paare über die Interessentenliste
- Nur für Erwachsene - 3 Tage in zwei Teilen (1 Tag + 2 Tage)
- Nur Leder, keine Felle – das Haar kommt ab
- 380 € pro Person für den ganzen Kurs (3 Tage), Werkzeug wird gestellt
- Rehdecke*: eigene mitbringen, oder ich besorge sie (mit Vorlauf, siehe unten)
- Ort: Wildniscamp in Uetzing, 96231 Bad Staffelstein — oder bei euch (zzgl. Anfahrt, 0,50 € je gefahrenem Kilometer)
- Essen: keine Pauschale – wir machen das zu Kursbeginn aus, mal holen wir etwas, mal wird am Lagerfeuer gegrillt
- Übernachten: Mein Camp ist offen – wer mag, bleibt draußen, wer lieber heimfährt oder eine Pension nimmt, macht das
- Termin nach Absprache
* Auch andere Tierhäute sind möglich. Am besten eignen sich Reh und Ziege, andere Häute auf Anfrage.
Als Kleinunternehmer nach § 19 UStG weise ich keine Umsatzsteuer aus.
Woher die Haut kommt
Am besten bringst du deine eigene mit. Soll ich die Rehdecken besorgen, braucht der Kurs einen Vorlauf: Rehe dürfen nur zu bestimmten Zeiten erlegt werden. Für einen Kurs im Sommer oder Herbst 2027 kann ich die Decken organisieren – sag mir früh genug Bescheid.
Du hast eine andere Haut? Ziege eignet sich genauso gut wie Reh. Bei anderen Tieren frag einfach an.
Nachhaltig
Wird ein Tier erlegt, sollte möglichst alles von ihm genutzt werden. Das respektiert das Leben des Tieres und die Ressourcen, die es uns gibt. Das Leder aus der eigenen Decke ist genau das.